Liebesschlösser, Hannover

Poly_Amor = Viel_Liebe

BlechherzenWohin bloß mit den Liebesschlössern? 1000-de metallene Liebesversprechen beschädigen die historische Brücke im Maschpark Hannover und müssen entfernt werden. Doch was tun damit? Verschrotten geht nicht, da emotional hochbelastet und juristisch gesehen im Privatbesitz der Liebespaare.

 

Die Stadt Hannover möchte das Material charmant loswerden, die regionale Presse HAZ/NP möchte populistisch die „Liebe retten“. Die schönste Lösung ist wohl, einen Künstler zu beauftragen, das Material in eine dauerhafte Skulptur umzuwandeln. HAZ-150126-Demontage

Seit Jahrzehnten arbeitet der hannoversche Allroundkünstler Joy im öffentlichen Raum. Auch hat er mit der begehbaren Installation „Lobemauer“, 2012 (im Familienpark Sottrum) bereits ein Werk zum Thema „emotionale Kommunikation“ erstellt. So fiel die Wahl auf den umtriebigen Künstler, der vor keinem Ort, Material oder Thema zurückschreckt.

Lobemauer, 2012

Lobemauer, 2012

Liebespaar

Joy-at-work

Im Werkshof der Stadt können die demontierten Liebesschlösser bis Ende April wieder abgeholt werden, täglich kommen Paare vorbei und durchwühlen das gesammelte Altmetall auf der Suche nach ihrem Liebesschwur. Für den Künstler ist das Material ein Schatz, den es behutsam und vielschichtig zu formen gilt.

Poly-Amor

Als der Entwurf fertig ist, geht die Stadt auf die Suche nach einem öffentlichen Ort für diese Liebesskulptur, die voraussichtlich ein Treffpunkt der regionalen Liebespaare wird und über die Jahre weiterwächst. Ein Denkmal für die Liebe, aber auch ein Werk, dass die Bedeutung des Liebesschwurs hinterfragt. Kann man die Liebe festketten oder kann die Liebesbeziehung ansich nur eine temporäre Vereinbarung zweier Individuen sein? Ist sie exklusiv oder offen, eine erträumte Absicherung oder gegenseitige Unterstützung? „Poly_Amor“ überlässt durch seine Perspektiv-Vielfalt die Deutung den Betrachter*innen und inszeniert darüberhinaus das hochemotionale Material der Liebesschlösser.

HAZ/NP-150423-Liebe

Joy Lohmann im Interview dazu: „Der Titel (Poly_Amor) bedeutet Viel_Liebe und beschreibt exakt, was sich hinter dem verwendeten Material verbirgt. Je nach Sichtweise verschmelzen zwei gebogene Metallstelen zu einem Herz oder bewegen sich singulär umeinander. In jedem Fall erzeugen sie in Bezug zueinander ein nach Perspektive wechselndes Spannungsfeld.“

Mit einer gleichzeitigen Doppelseite in der HAZ und der Neuen Presse Hannover feiern die Medien die „Rettung der Liebe“, während die Stadt eine öffentliche Installation aus finanziellen Gründen ablehnt. Schließlich müssten Statik, Instandhaltung und andere umkalkulierbare laufende Kosten getragen werden. Insbesondere das Konzept, dass sich diese Skulptur über die Jahre durch Anbringung weiterer Schlösser verändert, passt so gar nicht in städtische Verwaltungsprozesse. Da hilft auch nicht, dass die Skulptur selbst ohne öffentliche Mittel erstellt werden soll oder dass sie ein einmaliger Ort der Liebe werden würde, mit dem sich die Stadt bundesweit profilieren könnte.

So ist weiter fraglich, ob die Liebesschwüre nun doch nur Altmetallwert haben werden. In jedem Fall wird das Material ab 1.5.2015, 14 Uhr für einen Monat im Herzen der Stadt, der Kröpcke-Uhr öffentlich aufgehäuft, auf dass sich eine Diskussion um das Thema entwickelt. Und vielleicht wird dadurch ja sogar ein Ort und Förderer dafür gefunden, dem es gefällt, einen Platz für die Zelebrierung der Liebe zu erschaffen.

HAZ/NP-150423-Joy

Art goes (R)Economy

It might be unusual for an artist to dive into economic strategies on this level, but the concern for our societies and the endangered ecologic and mental environment, we´re living in, had driven me into the TransitionTowns movement some years ago. Urban Gardens are a great seed for collaborative local food production and eventually a new cross-cultural public space concept for urban quarters. (At least, our gardens in Hanover flourish and spread like mad 🙂

 

2013-09-18-HAZ

 

For me as an social sculpture artist, Transition also provides the raw material for urban transformational art: organized interdisciplinary people, willing to change the way of living.

Transition-march-2012

Transition-march-2012

2.KdW-Fest, 2014

2.KdW-Fest, 2014

Pagalino-GartenVilla, 2015

Pagalino-GartenVilla, 2015

With the collaborative network KdW (=culture of change), we developed social sculptures, installations happenings, events for glocal change for the last 4 years. Artistic experiential spaces have a huge potential to communicate urban transformation and make it a tangible experience for people in search of other societal paradigms and individual lifestyles.

 

As a matter of consequence, to raise local resilience for upcoming peek-oil scenarios, Transition international has recently developed the REconomy concept, which was adopted by national Transition initiatives all over the world. We need local economies to avoid enormous transportation efforts and unfair production chains, to support local production and services, even to stabilize communal social justice and empathic communities. REconomy could be Degrowth and High-quality lifestyle at once!

REconomy in Hanover/Germany

REconomy in Hanover/Germany (illustration: Anja Weiss)

 

Together with Stephanie Ristig Bresser from our German artlab4-collective, I had the opportunity to adopt the REconomy concept for Transition Germany and develop a strategic coaching system for local startups. In March we had our final presentation for our study (download here in English or German) at the sustainable film-fest Utopiannale and the kickoff for a customized REconomy mentoring program:

Our REcoach-program is currently under way with 4 great projects: „Klugbeisser“, vegan caterer; „Karma-Kiosk“, upcycling-design; „Kleiderkabinett“, library of clothes and the „Suffizienz-Zentrum“, a climate-learning-kitchen. These together already form an effective network, which helps to establish their innovative concepts and business models. Social Art in this context interacts with society on the economic sector and brings in a new mindset for holistic enterprises for the common good. I´m looking forward to more entrepreneurs, using artistic principles, methods and mindsets for their economic activities. This will be for the benefit of nature, society and every participating individual.

Keep tuned for further informations and our summary of the REcoach program 2015.

 

Maker-Lohmann

Objekt-Art vom 3 Generationen-Atelier Lohmann

Wenn ein Künstler-Clan eine Woche in Familienklausur geht, werden die Materialien, Ideen, Werkzeuge und Fertigkeiten zusammengelegt und es entsteht eine umfangreiche Werkreihe. 2015 machen die Lohmanns ein historisches Bauernhaus nahe Ostercappeln zum Familienatelier.

Dieses Jahr arbeiten die drei Künstler-Generationen an Objekten aus Strandgut von Europas Küsten. Seit über 50 Jahren sammelt Friedrich Lohmann (85) die schönsten Strand-Fundstücke für seine Objektkunst. Nun teilte er seine Materialschätze mit seiner Tochter Julia Lohmann (37), Künstler-Designerin und dem Sohn Joy Lohmann (49), StreetArt- und Social-Sculpture- Künstler.
Und die Enkel sind natürlich auch aktiv dabei. Und wie!
Wer kann herausfinden, welche Werke von  Nils (8) und Johannes (5) sind?


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